Günters 13-Tage-Motorradreise in 4 USA-Staaten

Montag, 12.6.06: Um 8 Uhr starte ich aus der Hochgarage. Die A15 soll mich Richtung Death Valley führen. Doch statt die Abzweigung West zu nehmen, gerate ich auf die "Ost" und fahre bei der nächsten Abfahrt raus. Tanken war sowieso nötig. Da frage ich einen Amerikaner. Der sagt die Rainbow Ave straight ahead. Doch ich gerate wieder auf eine Autobahn Richtung Norden. Denke, da komm ich wieder auf die 15 und dann fahr ich Richtung: "West". Doch auf der Umgehung von Las Vegas bin ich schon 14 Meilen und die 15 kommt immer noch nicht. Also wieder zurück und die Ausfahrt 33 nehmen! Ich habe es geschafft.

3 Pässe, viele schöne Kurven und eine neue Tankfüllung in Shoshone dann ging es ins Death Valley und 45 Meilen ohne Service bei 45 Grad Celcius lagen vor mir.Die Hitze war mir im Motorradanzug nicht unangenehm. Für Durchzug im Sommeranzug war gesorgt. Interessant waren die Farben der Berge, die Sandstürme, der tiefste Punkt der USA "Bad Water" = 86 m unter dem Meerespiegel, ausgetrocknete Seen und die Oase Furnace Creek. Dort bekam ich Eiskaffee und Benzin. Außerdem kam Sturm auf, und der Sand wehte gefährlich über die Straße. An einem ausgetrockneten See flog mir die Landkarte davon. Ich bin mit Helm hinterher gespurtet. Für die beiden Anderen auf dem Parkplatz ein Grund mich zu filmen. Durch Pfeifen gaben sie mir Signal, dass ich die Hälfte meiner Karte im Busch hängen gelassen hatte. Wieder mal Glück gehabt.


Long Pine erreichte ich um 6 pm. Im Motel war auch eine holländische Motorradgruppe, in der ein deutsche Paar mit fuhr. Was ich da so hörte über Preise, Ablauf und Organisation bestätigte meine positive Meinung über das Unabhängigsein bei meiner Alleinfahrt.
Wetter: sonnig, brütend heiß bei 45 Grad, starker Wind. Gefahren: 291 M.

Dienstag, 13.6.06: Beim Frühstück (M.K.) traf ich den LKW-Fahrer, den ich abends zuvor schon gesprochen hatte. Er schwärmte vom Yosemeti Park, hatte dort auch schon einen Job. Ein anderer mischte sich ein und sagte, der Toulumnepass sei noch wegen Schnee gesperrt. Also fuhr ich über den Sonorapass .
Obwohl ich bei der Hochfahrt lange Unterhosen und eine Wolljacke unter gezogen habe, fing ich bei der Abfahrt fürchterlich an zu frieren. Auch ein Tee in Strawbery half da nicht. 3 Meilen weiter an der Tankstelle zog ich noch Jeans und ein langärmeliges Hemd dazu an, aber gefroren habe ich immer noch.
So kam ich bei Dunkelheit in Yosemeti Village an. Ein Zimmer gab es nicht. Dafür bekam ich ein Zelt. Das Frieren war also auch die Nacht über gesichert. Wetter: sonnig, im Tal warm, am Pass kalt. Gefahren: 281 M.

Mittwoch, 14.6.06: Der Yosemetipark ist ja so riesig, dass ich es wieder mal schade fand, nicht mehr Zeit zu haben.


Also musste ich wohl oder übel zur Mittagszeit raus und über Sonora und Angels Camp Richtung San Francisco. Zweimal hatte ich mich verfahren, aber immer gab es Hilfe durch die freundlichen Amerikaner. Follow me sagte eine schwarze Dame und raste mit 90 Meilen im Slalom vor mir her  10 Meilen bis zum Hotel in Stockton.
Wetter: sonnig und warm. Gefahren: 247 M.

Donnerstag, 15.6.06: Mein letzter Motorradtag. Ziel: über die Golden Gate nach San Francisco. Hoffentlich geht auch der Tag gut vorrüber!

Alleine, nicht
die Karte auf dem Tank, wie von zu Hause gewöhnt, sondern nur einen Notizzettel am Tankdeckel, so brummte ich im dichten Verkehr Richtung SF. Die Golden Gate verpasste ich leider und fuhr von Süden über die Hayward Bridge. Rush hour in der 775000 Einwohnerstadt! Erst als andere Mopedfahrer mir das vormachten, bin ich auch mutig zwischen den Autoreihen Richtung Civic Center gefahren. Heil und unversehrt landete ich um 3 pm bei Dubbelju in der Bryant Street Nr. 689A. Auch die Harley war unbeschädigt. Glücklich, begeistert, stolz und zufrieden gab ich  das Motorrad  nach 3010 Meilen  zurück  und  fuhr  mit dem Taxi zum Hotel  Travel  Air.  Heute war das Wetter: sonnig und warm.  Gefahren:  189  Meilen.


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