Günters 13-Tage-Motorradreise in 4 USA-Staaten

Dienstag, 6.6.06: Erstmals in meinem Leben war ich bei Mac Kotz (excuse me), denn im Motel gab es nichts. Ich hab das angebotene "Brechfast" gegessen und überlebt. Nach dem Einkauf im Supermarkt war zunächst die Rückkehr nach Arwin zum plumber angesagt. Bei der Abfahrt leuchtete plötzlich das Warnlicht für die Tankfüllung auf. Großer Schreck: 180 M. bin ich schon gefahren, und der Wolfgang hatte gesagt, nach 150 M. solle ich tanken. Also ohne Gas den Berg runter. Im Flachen ganz piano. So erreichte ich den plumber, bekam meine Sachen und konnte noch bis zur Tankstelle fahren. Geschafft und 201 M. mit einer Tankfüllung gefahren!

Mit vollstem Vergnügen gab ich Gas, als es wieder durch langgezogene Kurven den Highway hinauf ging. Über den Tehachepi Pass 3793 ft. und dann wieder in die Ebene, nämlich die Mojave Wüste. Ca. 200 M. geradeaus. Da muss man schon mal die Höchtsgeschwindigkeit von 75 M. überschreiten, damit es ein Ende gibt. Essen, Trinken und Benzin gab es in Barstow, typisches amerikanisches Town mit einer Hauptstraße, an der es alles gab.

Bei Ludow verließ ich die Autobahn und steuerte auf die Route 66. Keiner wollte mit mir. Also war ich 66 M. mutterseelenallein. Hab es genossen. Bei einer Rast fand ich tennisballgroße Kürbisse, die ausgetrocknet und als Rassel geeignet waren. Einen davon hab ich heile nach Hause gebracht. Zur Route 66 in diesem Abschnitt ist zu sagen, dass sie stark beschädigt ist und schon deshalb keine hohe Geschwindigkeit zulässt.

Dann kam Needles. Ich hatte den Eindruck, hier sei schon Las Vegas. Am Broadway waren rechts und links nur Vergnügungslokale zu sehen. Durch Mohave Valley, Oatman (typisches Wild West Städtchen) über den Sitgreaves Pass 3652 ft. und Wüstenlandschaft gelangte ich nach Kingman (361 Meilen heute), ein Town, das voll auf Route 66 abfährt. Wetter: sonnig und gut  warm.

Im Motel 6 fand ich ein schönes Zimmer. Das nebenan liegende Restaurant Calicos hatte den Fisch, der mir schmeckte und auch einen guten kalifornischen Rotwein (der war hervorragend).

Mittwoch, 7.6.06: Dank des Adapters konnte ich meine Akkus für Kamera, Rasierapparat und Handy wieder aufladen. So entstanden dann auch wieder Bilder, und der Film konnte begonnen werden. Hier  Bilder von Kingman:

Im Calicos nahm ich mein Frühstück an der Theke ein. Das gab Gelegenheit, mit einem Amerikaner übers Motorradfahren zu plaudern. Dann ging es zunächst mit Regen auf die Route 66 über Hackberry Peach Springs nach Seligman. Dort ist der Barbershop unter Bikern bekannt. Unrasiert zog ich dort ein und ließ mich vom Barber 1 Stunde lang verwöhnen: Einseifen, massieren, mit feuchtwarmen Tüchern einwickeln und mit dem Messer schaben. Der Barber behauptete, nun sei mein Gesicht so zart wie ein Kinderpopo. Im Album Januar 2006 bin ich verewigt (Visitenkarte).


In Seligman spielt sich auch alles auf der einen Durchgangsstraße ab: Route 66 ist das Thema. Oldtimer und Puppen, die an Stars erinnern, wie James Dean z.B.  Die Route 66 endete nach ca. 20 M. und die Harley tuckerte dann über den Highway 40 bis Williams. Hier war die dritte Ausfahrt zum Grand Canyon für mich die richtige, um auf der 64 nach Tusayan und zum South Rim zu gelangen. Eine Karte für 50 $ berechtigt mich nun, das ganze Jahr alle Nationalparks der USA zu besuchen (3 habe ich geschafft).

Bis zum Sonnenuntergang blieb ich am Canyon. Eins der 7 Weltwunder live zu erleben, gab mir solch ein Glücksgefühl, dass mir Tränen in die Augen kamen. Aber auch die Hilfsbereitschaft der Amerikaner konnte ich wieder erleben. Eine angesprochene Parkwärterin ging mit mir zum Visitorcenter, interviewte dort eine Angestellte und gab mir Tipps für die Besichtigung. Der Sunset war herrlich!!!


Den Hopi Point, wo der beste Sunsetblick sein sollte, habe ich doch nicht erreicht. Es war fast dunkel, als ich Richtung Tusayan fuhr. Einer der 35000 Hirsche, die es im Canyonpark gibt, lief unmittelbar vor mir über die Straße. Vollbremsung!!!
Best Western war ein riesiges Hotel und "No Vacancy". Die Reservierung vom Vormittag war mit falschem Namen erfolgt. Den genannten Preis von 104 $ bekam ich trotz Protest beim schlampigen Boss nicht und auch nicht das Zimmer mit Parkplatz vor der Tür. Zum Abendessen war es auch zu spät. Studentenfutter hatte ich aber noch. Heute gefahren: 128 M. Wetter: morgens Regen (ausgangs Kingman stellte ich mich in einem Firmengelände unter und chattete mit den office workers), ab Mittag Sonne und  warm.


Donnerstag, 8.6.06: Als erstes suchte ich mir ein preiswerteres Zimmer. Im Red Feather Lodge bekam ich eins für 80$.
Gefrühstückt wurde mit Obst, Milch und Gebäck auf der Parkbank. Dann tuckerte ich zum nahen Airport. Ich zeigte meine Tripple A-Karte und bekam für 12 Uhr einen Platz für 96 $ anstatt 112 $.
Ein Gewitter zwang uns zu warten. Um 12,45 wurden wir auf 14 Uhr vertröstet. Dann aber startete die Maschine mit vielen Japanern und 3 Deutschen. 90 Minuten = ein sagenhaftes Erlebnis! Empfehlenswert!


Der PC im Internetcafe Tusayan hat nichts getaugt. Also brummte ich die 40 Meilen nach Williams, um mein 2. Email an 35 Leute in aller Welt  zu senden. Große Aufregung, als ich bei American Express feststellte, dass die Tankstelle, bei der ich kurz vorher war, statt 14,50 $   50 $ abgebucht hatte. Wütend stellte ich den Tankwart zur Rede. Es kam heraus, dass üblicherweise "Blockungen" gebucht werden. Die korrekte Summe erscheint in der Regel einen Tag später. Wieder was gelernt. Gefahren = 90 Meilen. Wetter: morgens trüb, mittags Gewitter mit Hagel, ab Nachmittag Sonne, warm).